Schmetterlingseffekt
www.verswelt.de
Es lächelt die Sonne,
es glitzert das Meer.
Ein Lüftlein, ein laues,
kommt zaghaft daher.
Ein Falter am Strande
fliegt fröhlich hinein.
Sein Tanz mit der Brise,
ein heitrer, setzt ein.
Die zartgelben Flügel
erstrahlen im Licht,
beim Spiel mit dem Winde,
das Spannung verspricht.
Hinein in das Lüftchen,
dann wieder hinaus,
mal rauf und mal runter,
so schön sieht es aus.
Des Falters Gebaren
nichts Böses bezweckt
und doch nah der Dünen
den Hasen erschreckt.
Springt auf und schlägt Haken,
prescht vorwärts geschwind,
mit feurigen Augen
so schnell wie Wind.
Er sprintet zum Flusse,
vorbei an der Quell,
verängstigt ein Rehlein,
auch dieses ist schnell.
Sie fliehen gemeinsam
und niemand bricht ein,
entdecken ein Waldstück
und laufen dort rein.
Der Ort, der scheint günstig,
beherrschbar die Lag,
doch dann stürmt ein Keiler,
denn dieser erschrak.
Er schiesst aus den Büschen
und reisst beide mit;
nun rennen sie alle,
nun sind sie zu dritt.
Die Pferde, die folgen,
die wiehern verstört.
Wird nur durch die Rinder,
die brülln, überhört.
Die zornige Meute
das Stadttor erreicht;
es schützte vor vielem,
doch jetzt fällt es leicht.
Das Tor wird zertrümmert,
die Stadt überrannt;
die Panik, die‘s auslöst,
setzt alles in Brand.
Am Anfang noch harmlos,
am Ende bizarr,
der Ausgang nach Stunden
ist tragisch fürwahr.
Nur nahe der Küste
noch Blumen gedeihn.
Sie tanzen so fröhlich,
der Wind lud sie ein.
Und über den Blüten,
als wär nichts passiert,
ein Falter, ein gelber,
das Tänzchen anführt.
Hinein in das Lüftchen,
dann wieder hinaus,
mal rauf und mal runter,
so schön sieht es aus!